Mit Glück und Klee ins Neue Jahr

Der Weihnachtsstern bekommt zu Neujahr einen Freund auf der Fensterbank: Den Glücksklee, gerne dekoriert mit dem Schornsteinfeger oder dem Fliegenpilz. Vierblättriger Klee bringt Glück; beim immer „vierblättrigen“ Sauerklee kann man also – mit Hilfe vieler Namensgleichheiten und nicht so genauem Nachdenken – per se auf Nummer Sicher gehen.

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Vierblättriger Glücksklee – beim Sauerklee Oxalis deppei hat man immer Finderglück

Ferdinand Deppe (1794 – 1861) entdeckte auf seiner von 1824 bis 1826 dauernden Mexiko-Expedition den zu Neujahr beliebten vierblättrigen Sauerklee und brachte ihn nach England, wo er von Conrad Loddiges zu Ehren Deppes als Oxalis deppei beschrieben wurde. In England wurde die Art schnell als Zierpflanze beliebt.

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Vierblättrige Kleeblätter gelten von alters her als Glückszeichen, gemeint sind aber eigentlich Blätter von Arten der Gattung Trifolium (Klee). Echte vierblättrige Kleeblätter werden zumeist an Weißklee (Trifolium repens) gefunden. Weil das zu Silvester schwierig ist, ist der Sauerklee (Gattung Oxalis) ein probater Ersatz.

Die Art ist seit spätestens 1822 in Kultur. Heute bekannte Sorten sind ‚Iron Cross‘ und ‚Alba‘ mit weißen Blüten.

Eigenartig sind die Saftwurzeln mehrerer Oxalis-Arten. Bei Oxalis deppei treten sie regelmäßig auf, augenscheinlich, um der Pflanze zu ermöglichen, bis in den Anfang des Sommers hinein bestehen, ihre Samen reifen und die neuen Brutzwiebeln ausbilden zu können. Die Saftwurzeln, die unter Umständen fingerlang und wenigstens vier Zentimeter dick sind, werden in der ersten Hälfte des Winters gebildet, beginnen im Frühling zu schrumpfen und sterben dann langsam ab, während das in ihnen gespeicherte Wasser und die vorhandenen Nährstoffe zum Ausbau der neuen Zwiebelchen verwendet werden, welche den Sommer zu überdauern haben. Die Art hat als Speisepflanze aber nur geringe bis keine Bedeutung und natürlich ist auch in den Saftwurzeln Oxalsäure enthalten.

Nur wenige Pflanzen zeigen Wurzelsukkulenz – und hier haben wir ein Beispiel bei einer fast allen Menschen bekannten Art – auch wenn wenige die unterirdischen Organe betrachten. Weitere Pflanzen mit Saftwurzeln sind Crocus-Arten, die Grünlilie Chlorophytum comosum und der Kaktus Echinocereus poselgeri.

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